Mordfall Rezan Cakici: Neue Bewegung
Oldenburger [ENA] Im seit Jahren ungeklärten Fall des verschwundenen Rezan Cakici gibt es erneut Bewegung. Wie Polizei und Medien berichten, haben Ermittler der Polizei Oldenburg und des Landeskriminalamts Niedersachsen vor kurzem erneut eine Wohnung in Oldenburg durchsucht.
Dabei handelt es sich nach Angaben eines Polizeisprechers um dieselbe Wohnung oberhalb der ehemaligen Shisha-Bar, in der sich die Spur des damaligen Hells-Angels-Turkey-Nomads-Funktionärs im Juli 2017 verlor. Zu den konkreten Zielen der erneuten Durchsuchung machten die Ermittlungsbehörden keine Angaben. Der Polizeisprecher erklärte lediglich, dass kriminaltechnische Verfahren zum Einsatz kämen, die zum Zeitpunkt der ersten Ermittlungen noch nicht zur Verfügung standen. Ob sich daraus neue Erkenntnisse ergeben haben, wollte die Polizei mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen und aus ermittlungstaktischen Gründen nicht kommentieren.
Seit neun Jahren ungeklärt
Rezan Cakici wurde nach Angaben der Ermittlungsbehörden zuletzt am 3. Juli 2017 in seiner Shisha-Bar in Oldenburg gesehen. Kurz nach seinem Verschwinden wurde die darüberliegende Wohnung renoviert. Bereits damals konzentrierten sich die Ermittlungen auf diesen Bereich. Wenige Wochen später wurde Cakicis Onkel in Oldenburg erschossen, sein Vater erlitt dabei schwere Verletzungen. Nach früheren Angaben der Ermittler soll es vor dem Verschwinden des damals 29.Jährigen Streitigkeiten innerhalb seiner Großfamilie gegeben haben. Im Raum standen dabei hohe Geldsummen, die nach den damaligen Ermittlungen mit Drogengeschäften in Verbindung gestanden haben sollen und verschwunden gewesen seien.
Bereits während der ersten Ermittlungen ergaben sich Hinweise auf ein mögliches Tötungsdelikt. Ein Leichnam wurde jedoch bis heute nicht gefunden. Die Ermittlungsbehörden gehen seit Jahren davon aus, dass Rezan Cakici nicht mehr am Leben ist. Wo sich seine sterblichen Überreste befinden könnten, ist weiterhin ungeklärt. Diskussion um veröffentlichtes Interview. Unabhängig von den aktuellen Ermittlungen sorgt derzeit auch ein auf YouTube veröffentlichtes, rund dreistündiges Interview für Diskussionen.
Veröffentlicht wurde es von Kassra Zargaran, einem ehemaligen Mitglied der Hells Angels, der in der Vergangenheit wegen Beihilfe zum Mord rechtskräftig verurteilt wurde. Gesprächspartner sind der Vater und die Schwester von Rezan Cakici. Kurz nach der Veröffentlichung erklärte die Schwester des Vermissten in sozialen Medien, das Interview sei bereits im April aufgezeichnet worden. Nach ihrer Darstellung habe sie einer Veröffentlichung letztlich nicht zugestimmt, da sie nach eigener Aussage zu der Überzeugung gelangt sei, dass die Veröffentlichung ihre Familie gefährden könnte.Ob die Familie rechtliche Schritte gegen die Veröffentlichung oder gegen Kassra Zargaran einleiten wird, ist derzeit nicht bekannt.
Ermittlungen dauern an .Die erneute Durchsuchung der Wohnung zeigt, dass die Ermittlungsbehörden den Fall auch neun Jahre nach dem Verschwinden von Rezan Cakici weiterhin aktiv bearbeiten. Ob moderne kriminaltechnische Untersuchungsmethoden den Ermittlern entscheidende neue Hinweise liefern können, bleibt abzuwarten. Bis heute gehört der Fall zu den bekanntesten ungeklärten Vermissten und mutmaßlichen Tötungsdelikten in Niedersachsen.




















































